Fotos verstecken und sperren

Fotos auf dem iPhone sperren

Aktualisiert · 5 Min. Lesezeit

Sperren geht einen Schritt weiter als Ausblenden: Statt Fotos nur aus dem Blickfeld zu nehmen, stellst du eine Authentifizierung davor. iOS bietet dafür mehrere Wege, die jeweils einen anderen Umfang abdecken – von einem Album bis zur ganzen App. Welche Methode passt, hängt vor allem von einer Frage ab: Wer kennt deinen iPhone-Code schon?

Methode 1: das gesperrte Album „Ausgeblendet“

Die einfachste Sperre ist die, die iOS ohnehin anwendet. Seit iOS 16 verlangen die Alben „Ausgeblendet“ und „Zuletzt gelöscht“ Face ID, Touch ID oder deinen Code.

  1. Öffne ein Foto, tippe auf Mehr (•••) und wähle Ausblenden.
  2. Öffne ab iOS 18 Einstellungen › Apps › Fotos (unter iOS 16 und 17 Einstellungen › Fotos).
  3. Stelle sicher, dass Face ID verwenden (bzw. Touch ID verwenden / Code verwenden) aktiviert ist.

Damit ist nur gesperrt, was du ausgeblendet hast. Der Rest deiner Mediathek bleibt für alle offen, die dein entsperrtes Handy in die Hand nehmen. Die vollständige Anleitung, inklusive wie du das Album ganz aus der Ansicht entfernst, findest du unter Fotos auf dem iPhone verstecken.

Methode 2: die ganze Fotos-App sperren (ab iOS 18)

Mit iOS 18 kam die App-Sperre: eine Systemfunktion, die vor jedem Öffnen einer App Face ID, Touch ID oder den Code abfragt.

  1. Halte auf dem Home-Bildschirm oder in der App-Mediathek das Symbol Fotos gedrückt.
  2. Wähle Face ID anfordern (die Bezeichnung richtet sich nach der Authentifizierungsmethode deines Geräts).
  3. Bestätige mit Face ID oder deinem Code.

Ist „Fotos“ gesperrt, tauchen Inhalte daraus auch nicht mehr an Stellen wie Suchergebnissen oder Mitteilungsvorschauen auf. Um die Sperre aufzuheben, hältst du das Symbol erneut gedrückt und wählst die Option, Face ID nicht mehr anzufordern.

Zwei Einschränkungen: Apples eigene Apps lassen sich zwar sperren, aber in der Regel nicht im Ordner für ausgeblendete Apps verstecken – jeder sieht also, dass „Fotos“ da ist. Und die Sperre betrifft nur das Öffnen der Fotos-App selbst; sie ändert nichts daran, welche anderen Apps Zugriff auf deine Mediathek haben. Prüfe diese Liste unter Einstellungen › Datenschutz & Sicherheit › Fotos oder lies Welche Apps deine Fotos sehen können.

Die App-Sperre passt gut, wenn du dein Handy Kindern oder Kolleg:innen gibst und die ganze Mediathek tabu sein soll, nicht nur ein paar Fotos.

Methode 3: Fotos in eine gesperrte Notiz legen

Eine gesperrte Notiz ist eine Notiz in Apples Notizen-App, die verschlüsselt ist und zum Anzeigen ein Passwort, Face ID oder deinen Code verlangt. Notizen können Fotos und Videos enthalten – damit werden sie zu einer improvisierten Fotosperre.

  1. Erstelle in Notizen eine neue Notiz und füge über die Kamerataste Fotos hinzu (neu aufnehmen oder aus der Mediathek wählen).
  2. Tippe auf Mehr (•••) und wähle Sperren.
  3. Beim ersten Mal legst du fest, ob dein iPhone-Code oder ein eigenes Notizen-Passwort gilt. Ab iOS 18 findest du das unter Einstellungen › Apps › Notizen › Passwort.

Ein separates Notizen-Passwort ist die einzige eingebaute Option, bei der dein Gerätecode allein den Inhalt nicht öffnet. Vergisst du dieses Passwort, kann Apple die Notizen nicht wiederherstellen.

Die Nachteile sind praktischer Natur. Notizen ist kein Fotobetrachter: Durch Dutzende Bilder zu blättern ist mühsam, Videos sind umständlich. Fotos aus deiner Mediathek werden kopiert, die Originale bleiben also in „Fotos“, bis du sie löschst. Außerdem werden gesperrte Notizen über iCloud synchronisiert, wenn Notizen iCloud nutzt. Die Seite Velcrypt vs. gesperrte Notizen vergleicht beides ausführlicher.

Methode 4: eine verschlüsselte Tresor-App

Eine Tresor-App speichert Kopien deiner Fotos in ihrem eigenen verschlüsselten Speicher und hat eine eigene Sperre. Der entscheidende Unterschied ist die Unabhängigkeit: Die Sperre ist nicht dein Gerätecode – wer diesen Code kennt, kann den Tresor trotzdem nicht öffnen.

Tresor-Apps unterscheiden sich stark. Manche nutzen eine PIN, manche ein Muster, manche tarnen sich als Taschenrechner; einige laden in ihre eigene Cloud hoch und brauchen ein Konto, andere bleiben auf dem Gerät. Bevor du einer vertraust, schau dir an, wie sie verschlüsselt, wohin die Daten gehen und was passiert, wenn du den Code vergisst. Sind Foto-Tresor-Apps sicher? bietet eine Checkliste.

Die vier Methoden im Vergleich

Album „Ausgeblendet“Gesperrte Fotos-AppGesperrte NotizTresor-App
Was wird gesperrtNur ausgeblendete ObjekteDie ganze Fotos-AppInhalt dieser NotizAlles, was du importierst
Entsperren mitFace ID / Touch ID / CodeFace ID / Touch ID / CodeCode oder eigenes Notizen-PasswortEigenes Geheimnis der App
Öffnet mit GerätecodeJaJaJa, außer mit eigenem PasswortJe nach App
EingebautJa, ab iOS 16Ja, ab iOS 18JaNein
Synchronisiert mit iCloudMit iCloud-FotosMit iCloud-FotosMit iCloud-NotizenJe nach App
Gut zum DurchblätternJaJaEher nichtMeistens

Die richtige Sperre wählen

Kennt niemand sonst deinen Code und willst du vor allem neugieriges Durchscrollen verhindern, reichen das Album „Ausgeblendet“ oder die App-Sperre – beide sind kostenlos und eingebaut.

Kennen Partner, Eltern oder andere deinen Code, können sie jede eingebaute Methode öffnen – außer einer Notiz mit eigenem Passwort. Genau in dieser Situation zahlt sich eine unabhängige Sperre aus.

Denk auch über Biometrie nach. Face ID ist schnell, aber ein Gesicht lässt sich ohne echte Zustimmung vor die Kamera halten. Muster vs. PIN vs. Face ID wägt diese Entsperrmethoden gegeneinander ab.

Wo Velcrypt ins Spiel kommt

Velcrypt ist ein Tresor der vierten Kategorie. Face ID und Touch ID fehlen bewusst: Du entsperrst die App, indem du ein Muster auf ein 5×5-Punkteraster zeichnest – mindestens sechs Punkte mit mindestens einem Richtungswechsel, und längere Muster sind besser. Dieses Muster existiert nur in deinem Gedächtnis und hat nichts mit deinem iPhone-Code zu tun.

Inhalte werden auf dem Gerät mit AES-256-GCM verschlüsselt, der Tresor sperrt sich automatisch, sobald du die App verlässt, und nichts wird hochgeladen. Der Preis dieses Designs: Es gibt keine Wiederherstellung. Vergisst du das Muster, können weder du noch Velcrypt den Tresor öffnen. Wie jede Sperre hilft sie auch nicht, wenn dir jemand beim Zeichnen zusieht oder du das Handy mit geöffnetem Tresor weitergibst.

Häufige Fragen

Kann ich die Fotos-App auf dem iPhone sperren?

Ja, ab iOS 18. Halte das Fotos-Symbol gedrückt, wähle „Face ID anfordern“ (oder Touch ID bzw. Code) und bestätige. Danach verlangt die App bei jedem Öffnen eine Authentifizierung.

Kann ich auf dem iPhone nur ein einzelnes Album sperren?

Kein normales Album. iOS sperrt nur „Ausgeblendet“ und „Zuletzt gelöscht“. Um bestimmte Fotos zu sperren, blendest du sie aus, legst sie in eine gesperrte Notiz oder verschiebst sie in eine Tresor-App.

Wenn ich „Fotos“ sperre, können andere Apps meine Bilder dann noch sehen?

Die App-Sperre regelt, wer die App öffnen darf. Apps, denen du bereits Zugriff auf die Fotomediathek gegeben hast, lesen die Mediathek über das System. Prüfe diese Berechtigungen separat unter Einstellungen › Datenschutz & Sicherheit › Fotos.

Ist Face ID zum Sperren von Fotos sicherer als ein Code?

Face ID ist bequem und schwer zu fälschen, fällt aber auf deinen Code zurück, und ein Gesicht lässt sich nutzen, während du schläfst oder festgehalten wirst. Ein Geheimnis, das nur in deinem Kopf existiert, kann man dir so nicht abnehmen.

Bleibt ein Foto in einer gesperrten Notiz aus meiner Mediathek heraus?

Nur wenn du das Foto direkt in der Notiz aufnimmst oder das Original danach löschst. Fügst du ein vorhandenes Foto einer Notiz hinzu, entsteht eine Kopie; das Original bleibt in „Fotos“.

Well Encrypted. Truly Private.

Muster zeichnen, privaten Tresor öffnen. Deine Fotos, Videos und Dokumente bleiben verschlüsselt auf deinem iPhone – ohne Konto und ohne Cloud.

Bald im App Store

Bald für iPhone (iOS 17 oder neuer). Kostenlose Version, optional Premium.