iCloud und Apples eigene Optionen

Welche Apps können deine Fotos auf dem iPhone sehen?

Aktualisiert · 4 Min. Lesezeit

Deine Fotomediathek ist wahrscheinlich das Persönlichste auf deinem Handy: Gesichter, Orte, Dokumente, Bildschirmfotos von Gesprächen. iOS gibt dir ziemlich genaue Kontrolle darüber, welche Apps sie lesen dürfen, aber die Einstellungen verteilen sich auf Abfragen, die du vor Monaten weggetippt hast. Diese Anleitung erklärt die Zugriffsstufen und zeigt, wie du sie überprüfst.

Die vier Zugriffsstufen

Fragt eine App nach deinen Fotos, kannst du in iOS eine von mehreren Stufen erlauben. Die Stufe jeder App steht unter Einstellungen › Datenschutz & Sicherheit › Fotos.

StufeWas die App kannTypische Nutzung
Voller ZugriffJedes Foto und Video deiner Mediathek lesen, auch künftige, samt MetadatenBackup-Apps, alternative Galerien, manche Editoren
Eingeschränkter ZugriffNur die für sie ausgewählten Objekte lesenSoziale Netzwerke, Messenger, die meisten Editoren
Nur Fotos hinzufügenNeue Objekte in deine Mediathek speichern, ohne sie zu lesenKamera-Apps, Apps, die Bilder exportieren
KeineGar kein ZugriffAlles, was keine Fotos braucht

Ältere iOS-Versionen nutzten etwas andere Bezeichnungen: Der heutige eingeschränkte Zugriff hieß Ausgewählte Fotos, der volle Zugriff Alle Fotos. Das Verhalten ist dasselbe.

Voller Zugriff wiegt schwerer, als viele denken. Fotos tragen Metadaten, und dazu gehört oft der GPS-Standort jeder Aufnahme, Datum und Uhrzeit sowie das verwendete Gerät. Eine App mit vollem Zugriff kann all das grundsätzlich für deine gesamte Mediathek lesen. Beunruhigt dich das, erklärt unsere Anleitung Foto-Metadaten auf dem iPhone entfernen, was gespeichert wird und wie du es vor dem Teilen entfernst.

Die Fotoauswahl: Zugriff ohne Berechtigung

Viele Apps brauchen keine der Stufen oben. Seit iOS 14 bietet Apple eine Fotoauswahl des Systems: einen Browser für deine Mediathek, der außerhalb der App läuft. Du wählst die Bilder, die du teilen willst, und nur diese werden übergeben. Den Rest deiner Mediathek sieht die App nie, und sie muss auch nicht um Fotozugriff bitten.

Du erkennst die Auswahl meist daran, dass sie genau wie die Fotos-App aussieht, mit eigener Suche und eigenen Alben, und dass vorher keine Berechtigungsabfrage erscheint. Apps, die nur die Auswahl nutzen, tauchen in der Fotos-Datenschutzliste womöglich gar nicht auf – das ist in Ordnung, es gibt nichts zu entziehen.

Bedenke: Was du auswählst, verlässt trotzdem deine Mediathek. Was du an eine App schickst, liegt jetzt auf ihren Servern oder in ihrem Speicher und unterliegt ihrer eigenen Datenschutzrichtlinie.

So prüfst du, welche Apps deine Fotos sehen können

Nimm dir fünf Minuten und geh die Liste einmal durch. Das ist einer der lohnendsten Datenschutz-Checks auf dem iPhone.

  1. Öffne Einstellungen › Datenschutz & Sicherheit › Fotos.
  2. Lies die Stufe unter dem Namen jeder App.
  3. Tippe auf jede App mit vollem Zugriff und frag dich, ob sie wirklich deine gesamte Mediathek braucht. Wenn nicht, wähle eingeschränkten Zugriff oder Keine.
  4. Tippe bei Apps mit eingeschränktem Zugriff auf Ausgewählte Fotos bearbeiten, um genau zu sehen, was sie lesen können, und entferne, was nicht mehr nötig ist.
  5. Stelle Kamera- oder reine Export-Apps auf Nur Fotos hinzufügen um, wo diese Option angeboten wird.
  6. Wiederhole die Prüfung alle paar Monate und nach der Installation neuer Apps.

Dieselbe Einstellung erreichst du auch über die Seite der jeweiligen App in den Einstellungen, ab iOS 18 unter Einstellungen › Apps.

Was sich in neueren iOS-Versionen geändert hat

Apple hat den Fotozugriff schrittweise ausdrücklicher gemacht:

  • iOS 14 führte den eingeschränkten Zugriff (damals „Ausgewählte Fotos“) und die außerhalb der App laufende Fotoauswahl ein.
  • iOS 17 überarbeitete den Berechtigungsablauf und machte es Apps leichter, dich weitere Objekte zu einer eingeschränkten Auswahl hinzufügen zu lassen, ohne vollen Zugriff zu gewähren.
  • Neuere Versionen, darunter iOS 18, machen die Entscheidung für vollen Zugriff bewusster und zeigen klarer, was eine App dadurch bekäme; iOS 18 brachte ein ähnliches Modell, bei dem du auswählst, was du teilst, auch für Kontakte.
  • iOS 18 verschob außerdem die Alben „Ausgeblendet“ und „Zuletzt gelöscht“ in der neu gestalteten Fotos-App unter Sonstige; ihre Face-ID-Sperre funktioniert wie bisher.

Der genaue Wortlaut der Abfragen variiert je nach Version. Lies also jede Abfrage, statt aus Gewohnheit auf die hervorgehobene Taste zu tippen.

Was Fotoberechtigungen nicht regeln

Berechtigungen entscheiden, welche Apps deine Mediathek auf dem Handy lesen können. Nicht abgedeckt sind:

  • iCloud. Ist iCloud-Fotos aktiv, liegt deine Mediathek samt ausgeblendeter Objekte auch in iCloud. Siehe Landen ausgeblendete Fotos in iCloud?
  • Menschen, die dein Handy entsperren können. Wer deinen Code kennt, kann „Fotos“ öffnen und bei aktuellen Versionen auch das Album „Ausgeblendet“. Siehe Ist das Album „Ausgeblendet“ privat?
  • Bereits geteilte Kopien. Fotos, die in Chats verschickt oder bei Diensten hochgeladen wurden, bleiben dort, auch wenn du den Zugriff später entziehst.
  • Bildschirmfotos und das Teilen-Menü. Teilst du ein Bild aus „Fotos“ mit einer App, wird dieses Objekt gesendet – unabhängig von der Fotoberechtigung der App.

Sensible Fotos für alle Apps unerreichbar machen

Sollen manche Fotos für keine App mit vollem Zugriff lesbar sein, ist die sauberste Lösung, sie ganz aus der Fotomediathek herauszunehmen. Dateien im privaten Speicher einer anderen App gehören nicht zu deiner Fotomediathek, die Fotoberechtigungen anderer Apps reichen also nicht an sie heran.

Velcrypt funktioniert so. Du importierst Fotos und Videos in einen verschlüsselten Tresor auf dem Gerät (Fotos verstecken), und der Tresorinhalt ist mit Schlüsseln verschlüsselt, die aus deinem Entsperrmuster abgeleitet werden. Beim Import wird ein Objekt kopiert; das Original bleibt in „Fotos“, bis du es löschst und „Zuletzt gelöscht“ leerst – unsere Anleitung zum Löschen der Originale führt durch die Schritte. Velcrypt hat kein Konto und lädt nichts hoch (auf dem Gerät, ohne Konto).

Egal welchen Tresor du in Betracht ziehst: Prüfe, was er anfragt und warum. Unsere Checkliste Sind Foto-Tresor-Apps sicher? erklärt, worauf du bei Berechtigungen, Datenschutzangaben und Speicher achten solltest.

Häufige Fragen

Wie sehe ich, welche Apps Zugriff auf meine Fotos haben?

Öffne Einstellungen › Datenschutz & Sicherheit › Fotos. Jede App, die Fotozugriff angefragt hat, steht dort mit ihrer aktuellen Stufe, und du kannst jede App antippen, um das zu ändern.

Was ist der Unterschied zwischen vollem und eingeschränktem Zugriff?

Mit vollem Zugriff kann eine App deine ganze Fotomediathek lesen, auch neue Fotos, die du später aufnimmst. Mit eingeschränktem Zugriff sieht sie nur die Fotos und Videos, die du ausdrücklich für diese App ausgewählt hast.

Braucht eine App eine Fotoberechtigung, damit ich ein Bild hochladen kann?

Nicht, wenn sie die Fotoauswahl des Systems nutzt. Die Auswahl läuft außerhalb der App, und die App erhält nur die Objekte, die du wählst – Zugriff auf den Rest deiner Mediathek braucht sie nie.

Kann eine App mit „Nur Fotos hinzufügen“ meine Bilder sehen?

Nein. Damit kann eine App neue Fotos oder Videos in deiner Mediathek speichern, etwa eine Bearbeitungs- oder Kamera-App, aber sie kann nicht durchsuchen oder lesen, was schon da ist.

Funktioniert eine App noch, wenn ich sie auf eingeschränkten Zugriff umstelle?

Meistens ja. Die meisten Apps funktionieren mit eingeschränktem Zugriff und zeigen einfach die ausgewählten Fotos. Manche Funktionen wie automatische Backups oder eine Suche über die ganze Mediathek brauchen tatsächlich vollen Zugriff – entscheide, ob du sie willst.

Können Apps Fotos in meinem Album „Ausgeblendet“ sehen?

Betrachte Ausblenden nicht als Schutz vor Apps. Ausblenden ist eine Anzeigeeinstellung der Fotos-App, keine Berechtigungsstufe. Sicherer ist es, sensiblen Apps eingeschränkten oder gar keinen Zugriff zu geben.

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