Die richtige Tresor-App wählen

Die besten Foto-Tresor-Apps fürs iPhone, fair verglichen

Aktualisiert · 6 Min. Lesezeit

Such im App Store nach einem Foto-Tresor, und du findest Dutzende Apps mit fast identischen Symbolen und Versprechen. Unter der Oberfläche unterscheiden sie sich stark: Manche verschlüsseln deine Dateien, manche stellen nur einen Code-Bildschirm davor; manche laden in eine Cloud hoch, andere verlassen nie das Handy. Statt Apps nach Bauchgefühl zu ranken, nennt dir diese Anleitung die Kriterien, die zählen, und wendet sie so fair wie möglich an – auch auf unsere eigene App.

Kurzer Hinweis vorab: Velcrypt ist unsere App. Wir haben versucht, sie genauso neutral zu beschreiben wie die anderen, Grenzen eingeschlossen.

Sieben Kriterien, die wirklich zählen

1. Echte Verschlüsselung, nicht nur ein Sperrbildschirm. Ein Foto-Tresor ist eine App, die ausgewählte Fotos getrennt von deiner Hauptmediathek hinter einer eigenen Sperre aufbewahrt. Entscheidend ist, ob die Dateien im Ruhezustand mit einem an dein Geheimnis gebundenen Schlüssel verschlüsselt sind oder einfach im Ordner der App hinter einem PIN-Bildschirm liegen. Achte auf Konkretes: einen Algorithmus, wie der Schlüssel abgeleitet wird, wo er liegt. Unsere Erklärung zu AES-256 zeigt, wie gute Antworten aussehen.

2. Konto und Cloud. Verlangt die App eine E-Mail oder Anmeldung? Lädt sie Dateien hoch? Konten ermöglichen Backup und Synchronisierung über mehrere Geräte, bedeuten aber auch, dass eine Kopie deiner Fotos und Daten über dich auf den Servern eines Unternehmens liegen. Siehe Foto-Tresor ohne Konto.

3. Wiederherstellung. Was passiert, wenn du deine PIN vergisst oder dein Handy verlierst? Kontobasierte Apps helfen dir meist wieder hinein. Reine Apps auf dem Gerät können das oft nicht. Beides ist nicht falsch, aber du solltest wissen, wofür du dich entscheidest.

4. Entsperrmethode. PIN, Passwort, Muster, Face ID oder Touch ID. Biometrie ist schnell, aber ein Gesicht oder Finger lässt sich nutzen, während du schläfst oder unter Druck stehst. Siehe Muster vs. PIN vs. Face ID.

5. Köder- und Abstreitbarkeitsfunktionen. Manche Apps bieten eine zweite Köder-PIN, die einen harmlosen Bereich öffnet. Andere gehen weiter und verraten gar nicht erst, ob weitere Bereiche existieren. Siehe Was ist ein Köder-Tresor?

6. Geschäftsmodell. Abos, Einmalkäufe, Werbung. Werbefinanzierte Apps enthalten meist SDKs von Drittanbietern, die Gerätedaten erfassen.

7. Die Datenschutzangaben im App Store. Jede App-Seite hat einen Abschnitt App-Datenschutz, der zusammenfasst, welche Daten der Entwickler nach eigener Aussage erfasst, ob sie mit dir verknüpft sind und ob sie zum Tracking dienen. Die Angaben sind Selbstauskünfte, aber ein nützlicher erster Filter.

Die Optionen im Überblick

Album „Ausgeblendet“Gesperrte NotizenKeepsafePrivate Photo VaultRechner-TresoreVelcrypt
Geheimnis getrennt vom GerätecodeNeinOptionalJaJaJaJa
Konto nötigApple Account für iCloudApple Account für iCloudJa (E-Mail)Für die Grundnutzung nicht nötigUnterschiedlichNein
Cloud-Backup / SyncÜber iCloud-FotosÜber iCloudOptionale Premium-CloudUnterschiedlichUnterschiedlichNein (verschlüsseltes Backup geplant)
Face ID / Touch IDJaJaJaJaUnterschiedlichNein, bewusst
Köder-FunktionNeinNeinFake-PIN (Premium)Köder-PasswortUnterschiedlichJedes Muster öffnet einen eigenen Tresor
Tarnung als andere AppNeinNeinNeinNeinJaNein

Funktionsumfänge ändern sich oft. Betrachte die Spalten der Mitbewerber als Ausgangspunkt und prüfe jede App-Seite selbst.

Apples eingebaute Optionen

Das Album „Ausgeblendet“

Das Album „Ausgeblendet“ nimmt Fotos aus deiner Mediathek-Ansicht und sperrt sie ab iOS 16 hinter Face ID, Touch ID oder deinem Code. Es ist kostenlos, eingebaut und synchronisiert über iCloud-Fotos. Der Haken: Der Gerätecode öffnet es, und in iCloud ist es nur mit aktiviertem Erweitertem Datenschutz Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Alle Details in Ist das Album „Ausgeblendet“ privat?

Gesperrte Notizen

Mit Apple Notizen kannst du einzelne Notizen mit deinem Gerätecode oder einem eigenen Passwort sperren, und gesperrte Notizen sind verschlüsselt. Du kannst Fotos zu einer gesperrten Notiz hinzufügen. Für große Sammlungen und Videos ist das umständlich, aber ein eigenes Notizen-Passwort ist ein echtes zusätzliches Geheimnis. Wir vergleichen das in Velcrypt vs. gesperrte Notizen.

Keepsafe

Keepsafe ist eine der bekanntesten Foto-Tresor-Apps. Laut ihrer App-Store-Beschreibung nutzt sie ein an deine E-Mail-Adresse gebundenes Konto und bietet im Rahmen ihres Premium-Abos ein Cloud-Backup (vermarktet als „Private Cloud“) sowie Funktionen wie eine Fake-PIN und Einbruchswarnungen. Der kontobasierte Ansatz erleichtert die Wiederherstellung und den Umzug auf ein neues Handy – um den Preis, dass Daten beim Unternehmen gespeichert werden.

Für wen sie passen kann: für alle, die ihren Tresor gesichert haben wollen und mit einem Konto leben können. Mehr in Velcrypt vs. Keepsafe.

Private Photo Vault

Private Photo Vault von Legendary Software ist eine weitere langjährige Option. Zum Zeitpunkt des Schreibens nutzt die App eine PIN- bzw. Code-Sperre und bietet ein Köder-Passwort und Einbruchsberichte. Prüfe die App-Seite für aktuelle Details zu Backup-Optionen und ob bestimmte Funktionen einen Kauf voraussetzen.

Für wen sie passen kann: für alle, die einen klassischen PIN-Tresor mit Köder-Option wollen. Mehr in Velcrypt vs. Private Photo Vault.

Tresor-Apps im Taschenrechner-Look

Eine ganze Kategorie von Apps tarnt sich als funktionierender Taschenrechner; du tippst deinen Code als Rechnung ein, um die versteckten Fotos zu sehen. Die Tarnung kann einen flüchtigen Blick abwehren, aber Tarnung ist keine Verschlüsselung, und iOS verrät die Identität einer App an mehreren Stellen. Die Qualität schwankt stark zwischen Entwicklern, und viele sind werbefinanziert. Die Abwägungen erklären wir in Taschenrechner-Tresor-Apps erklärt.

Open-Source-Optionen

Uns ist kein weit verbreiteter, aktiv gepflegter Open-Source-Foto-Tresor im iOS App Store bekannt, den wir guten Gewissens empfehlen könnten. Ist dir Open Source wichtig, achte auf ein öffentliches Repository, aktuelle Aktivität und dokumentierte Verschlüsselung – und prüfe, ob der App-Store-Build tatsächlich diesem Code entspricht.

Velcrypt

Velcrypt ist eine native iPhone-App, die Fotos, Videos und Dokumente in verschlüsselten Tresoren auf dem Gerät speichert. Du entsperrst einen Tresor, indem du ein Muster auf ein 5×5-Raster zeichnest (Mustersperre). Jedes Muster öffnet einen eigenen Tresor, und ein unbekanntes Muster öffnet einfach einen leeren – die App verrät also nie, wie viele Tresore es gibt (versteckte Tresore). Dateien werden mit AES-256-GCM verschlüsselt, mit Schlüsseln, die aus dem Muster abgeleitet werden (Verschlüsselung). Es gibt kein Konto, keinen Server und keinen Upload (offline, ohne Konto). Es gibt eine kostenlose Version und ein optionales Premium-Upgrade.

Ihre Grenzen sind gewollt, aber real:

  • Kein Backup in der ersten Version. Tresorinhalte sind von iCloud- und Computer-Backups ausgeschlossen. Verlierst du das Handy oder vergisst du das Muster, können weder du noch wir die Dateien wiederherstellen. Eine verschlüsselte Backup-Option ist geplant.
  • Kein Face ID – bewusst, deshalb dauert das Entsperren länger als ein Blick.
  • Keine Tarnung. Auf dem Home-Bildschirm sieht die App aus, was sie ist.
  • Keine Cloud-Synchronisierung, keine Freigabelinks, keine Apps für iPad oder Mac.

Für wen sie passen kann: für alle, deren Dateien strikt auf dem Handy bleiben sollen, ohne Konto, und die damit leben können, selbst für ihre Kopien verantwortlich zu sein.

So entscheidest du

  • Fotos sollen vor allem aus der Mediathek verschwinden: Fang mit dem Album „Ausgeblendet“ an.
  • Du brauchst Cloud-Backup und einfache Wiederherstellung: Ein kontobasierter Tresor passt besser.
  • Nichts soll auf fremden Servern liegen, kein Konto: Schau dir Tresore nur auf dem Gerät an und akzeptiere den Kompromiss bei der Wiederherstellung.
  • Du fürchtest, zum Öffnen der App gedrängt zu werden: Setze auf Abstreitbarkeit statt auf Tarnung.

Egal wofür du dich entscheidest: Geh unsere Sicherheits-Checkliste für Foto-Tresore durch, bevor du etwas Sensibles hineinlegst.

Häufige Fragen

Welche Foto-Tresor-App fürs iPhone ist am sichersten?

Achte auf eine App, die klar dokumentiert, wie Dateien im Ruhezustand verschlüsselt werden, wie der Schlüssel aus deinem Geheimnis abgeleitet wird und wo deine Dateien liegen. Einer App, die diese Details offenlegt und wenig Daten erfasst, lässt sich leichter vertrauen als einer, die nur einen gesperrten Bildschirm verspricht.

Reicht das Album „Ausgeblendet“ des iPhones aus?

Um Fotos aus dem Mediathek-Raster herauszuhalten, oft ja. Es reicht nicht, wenn jemand aus deinem Umfeld deinen Gerätecode kennt, denn dieser Code öffnet das Album „Ausgeblendet“.

Laden Foto-Tresor-Apps meine Fotos hoch?

Manche tun es, wenn du ein Cloud-Backup oder eine Synchronisierung aktivierst, und manche verlangen ein Konto. Andere speichern alles nur auf dem Gerät. Prüfe die App-Beschreibung, die Datenschutzangaben und ob du dich registrieren musst.

Sollte ich einen Tresor mit Cloud-Backup wählen?

Wäre der Verlust der Fotos schlimmer, als dass jemand anderes eine verschlüsselte Kopie speichert, lohnt sich ein Cloud-Backup. Soll nichts das Gerät verlassen, wähle einen Tresor nur auf dem Gerät und akzeptiere, dass du selbst dafür verantwortlich bist, das Handy nicht zu verlieren und das Geheimnis nicht zu vergessen.

Sind kostenlose Foto-Tresor-Apps sicher?

Kostenlos heißt nicht automatisch unsicher, aber prüfe, wie sich die App finanziert. Apps mit Werbung enthalten meist Werbe-SDKs, was die Datenschutzangaben im App Store in der Regel unter Daten zum Tracking oder mit dir verknüpften Daten zeigen.

Well Encrypted. Truly Private.

Muster zeichnen, privaten Tresor öffnen. Deine Fotos, Videos und Dokumente bleiben verschlüsselt auf deinem iPhone – ohne Konto und ohne Cloud.

Bald im App Store

Bald für iPhone (iOS 17 oder neuer). Kostenlose Version, optional Premium.